Engagement – Schlaglichter 2017 – Geschäftsbericht
Gemeinwohlorientiertes Engagement

Mehr als eine halbe Milliarde Euro für die Region

Gemeinwohlorientiertes Engagement

Mehr als eine halbe Milliarde Euro für die Region

A ls Teil ihres öffentlichen Auftrags übernehmen die Sparkassen in Westfalen-Lippe gesellschaftliche Verantwortung und setzen sich für das Gemeinwohl ein: Seit dem Jahr 1983 beteiligen sie sich beispielsweise am bundesweiten Planspiel Börse. Sie engagieren sich in der Region für den Breiten- und Spitzensport sowie für die Nachwuchsförderung. Die Sparkassen ermöglichen Interessierten den Zugang zu Kunst und Kultur. Unter dem Motto „Erleben ist einfach.“ haben die Sparkassen in Westfalen-Lippe die Skulptur Projekte Münster 2017 – eine internationale Kunstausstellung im öffentlichen Raum, die alle zehn Jahre in Münster stattfindet – als Hauptförderer unterstützt.

Im Jahr 2017 gaben die öffentlich-rechtlichen Institute in kommunaler Trägerschaft mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Region zurück: Sie engagierten sich mit fast 153 Mio. € in Form von Spenden, Sponsorings und Ausschüttungen. Außerdem zahlten sie gewinnabhängige Steuern in Höhe von 358 Mio. €. Diese Zahlen belegen nicht nur die tiefe regionale Verwurzelung der westfälisch-lippischen Sparkassen. Sie tragen auch zu der hohen Reputation der Institute bei den Menschen, in der Wirtschaft und in den Kommunen bei.

Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben 2017 insgesamt 152,6 Mio. € gespendet, gestiftet oder an kommunale Träger ausgeschüttet.

Gut für Westfalen-Lippe

Aus Tradition vielfältig für die Menschen im Einsatz

Das Engagement der westfälisch-lippischen Sparkassen und des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe (SVWL) ist grundsätzlich breit gefächert. Zu den Förderschwerpunkten des SVWL gehören drei bedeutende Vorhaben. Erstens: das Kunstmuseum Pablo Picasso. Es ist das kulturelle Flaggschiff in Westfalen-Lippe, da es sich um das deutschlandweit einzige Picasso-Museum handelt. Zweitens: das Sparkassen-Tourismusbarometer Westfalen-Lippe. Dieses Instrument sorgt dafür, dass sich die westfälisch-lippischen Sparkassen als starker und kompetenter Partner für die Tourismuswirtschaft in der Region etabliert haben. Und drittens: der Digitalisierungsindex NRW der Fachhochschule des Mittelstands (FHM, Bielefeld). Die Weiter­entwicklung zu einem Instrument für Firmen­kunden­betreuer wird die Kompetenz der Sparkassen als Ansprechpartner für das Thema Digitalisierung in Westfalen-Lippe verstärken.

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Der Direktor des Musée Picasso Paris, Laurent Le Bon, engagiert sich für das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster (von links nach rechts): Prof. Dr. Markus Müller (Museumsleiter und Vorstand der Sparkassenstiftung Kunstmuseum Münster), Prof. Dr. Liane Buchholz (Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe und Vorsitzende des Kuratoriums der Sparkassenstiftung Kunstmuseum Münster), Andrea Hagemann (Museums-geschäftsführerin und Vorstand der Sparkassenstiftung Kunstmuseum Münster) und Laurent Le Bon (Direktor des Musée Picasso Paris und Mitglied im Kuratorium) vor der Grafikfolge „Der Stier“ von Pablo Picasso (1945/46).

Das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster ist eines der kulturellen Aushängeschilder der Sparkassen in Westfalen-Lippe. Seit seiner Eröffnung vor 18 Jahren besuchten mehr als 1,3 Millionen Besucher – darunter Anselm Kiefer, einer der bekanntesten deutschen Maler und Bildhauer, der ehemalige französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing oder das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude – die wechselnden Ausstellungen des spanischen Malers und seiner Weggefährten. Allein im Jahr 2017 kamen 82.066 Besucher, fast 16 % mehr als im Vorjahr.

Das Picasso-Museum besitzt die weltweit größte Sammlung an Picasso-Lithographien. Dieser Kunstschatz ist Eigentum der Sparkassenstiftung Kunstmuseum Münster, des Trägers des Picasso-Museums. Im Jahr 1997 hatte ihn das Sammlerehepaar Gert und Jutta Huizinga aus Lengerich gemeinsam mit den westfälisch-lippischen Sparkassen, dem SVWL, der Westfälischen Provinzial und der früheren WestLB in die Stiftung überführt und damit für Westfalen-Lippe erhalten. Mit der Zeit kamen weitere Sammlungen hinzu: eine Picasso-Grafikserie, Werke von Georges Braque, Marc Chagall und Henri Matisse.

Prof. Dr. Liane Buchholz, die Präsidentin des SVWL, sitzt dem Kuratorium der Sparkassenstiftung Kunstmuseum Münster vor. Seit Ende 2017 gehört ihm auch der Franzose Laurent Le Bon an. Er ist Direktor des Musée Picasso in Paris und gilt über die Grenzen Frankreichs hinaus als großer Kenner des Werks des spanischen Künstlers.

Sparkassen-Tourismusbarometer

Sie gaben am 24. April 2018 den Startschuss für den Sparkassen-Tourismuspreis Westfalen-Lippe (v. l.): Jürgen Wannhoff, Vizepräsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, und Thomas Kubendorff, Vorsitzender des Beirats Sparkassen-Tourismusbarometer Westfalen-Lippe.

Sparkassen fördern Tourismus als Stabilisator, Impuls- und Imagegeber der Region

Mit dem Sparkassen-Tourismusbarometer Westfalen- Lippe haben die westfälisch-lippischen Sparkassen ein Instrument geschaffen, den Tourismus in der Region zu analysieren. Das Barometer richtet sich an die vorwiegend mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft in der Region. Es geht darum, das touristische Potenzial in Westfalen-Lippe zu heben und qualitativ zu verbessern. Denn die Tourismusbranche stellt mit einem Umsatz von 41 Mrd. € und annähernd 600.000 Erwerbstätigen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Nordrhein-Westfalen (NRW) dar. Über 23 Millionen Gäste und mehr als 51 Millionen Übernachtungen sorgten 2017 für das achte Rekordjahr der Branche in Folge. Der Tourismus- und Freizeitsektor schafft Einkommen, Arbeitsplätze und erzeugt relevante Steuereinnahmen. Im Jahr 2017 wurden 4,1 Mrd. € Kredite an das Gastgewerbe in NRW vergeben, davon 2,34 Mrd. € durch Sparkassen (57,7 %).

Das Tourismusbarometer Westfalen-Lippe erscheint seit dem Jahr 2013 und beschäftigt sich mit den fünf Tourismusregionen Münsterland, Ruhrgebiet, Sauerland, Siegerland-Wittgenstein und Teutoburger Wald. Der SVWL ist Initiator und Träger des Barometers. NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat 2018 erstmals die Schirmherrschaft übernommen. Kompetenzpartner für die wissenschaftliche Arbeit ist das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr in Berlin. Zur Steuerung des Tourismusbarometers tagt zweimal jährlich ein Regionalrat. Ihm gehören westfälisch-lippische Sparkassenvorstände, Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, der Industrie- und Handelskammern, des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, des NRW-Wirtschafts­ministeriums, des Statistischen Landesamtes sowie der regionalen und der Landestourismusorganisationen an.

Das Barometer besteht aus verschiedenen Bausteinen: Mit dem Jahresbericht, der die Marktentwicklung analysiert und Empfehlungen zur Verbesserung des Tourismusangebots ausspricht, und der vorab erscheinenden Management Summary veröffentlicht der SVWL zwei anerkannte Branchenpublikationen.

Den zweiten Baustein bilden die regionalen Fach- und Informations­veranstaltungen sowie das jährliche Branchentreffen. Am 22. Juni 2017 trafen sich dazu mehr als 100 Touristiker, kommunale Vertreter und Sparkassenvorstände in Bad Lippspringe. Vertreter der Tourismuswirtschaft nehmen das Branchentreffen gut an und nutzen es als Informations- und Netzwerkveranstaltung. Die Nachfrage nach Fachveranstaltungen ist groß. Bislang fanden 35 Regionalveranstaltungen in Westfalen-Lippe statt.

Der Sparkassen-Tourismuspreis Westfalen-Lippe komplettiert die drei Bausteine. Für den alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb gehen regelmäßig weit über 100 Bewerbungen ein. Im Mai 2018 ist eine erneute Runde gestartet. Die Preisverleihung findet am 14. Dezember 2018 in der Sparkassenakademie NRW in Dortmund statt.

Weitere Infos unter: www.s-tourismusbarometer-wl.eu

Digitalisierungsindex NRW

Reger Austausch: Prof. Dr. Liane Buchholz und Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW.

Begleitung für kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung

Die digitale Transformation führt zu strukturellen Veränderungen. Auch beim Thema Digitalisierung möchten die westfälisch-lippischen Sparkassen zu einem starken Partner des Mittelstands werden. Seit dem Jahr 2017 arbeitet der SVWL deshalb mit der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld (FHM) an der Weiterentwicklung des Digitalisierungsindex NRW.

Zum Hintergrund: Die FHM hatte im Jahr 2016 im Auftrag des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums den „Digitalisierungsindex für kleine und mittlere Unternehmen in NRW“ entwickelt. Der Index misst den Digitalisierungsstand verschiedener Branchen auf der Basis von Fragebögen. Ergebnis: Mit einem Gesamtwert von 4,1 auf einer Skala von null bis zehn sind die Firmen noch recht schwach digitalisiert. Es bestehen erhebliche Investitionspotenziale. Insbesondere Mittelständler – das sind in NRW 99,5 % der Unternehmen – haben Handlungsbedarf, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch für sie ist das Instrument eine Hilfestellung.

Ziel ist es, den Digitalisierungsindex NRW zu einem Instrument für Firmenkundenberater in Sparkassen auszubauen. Der Index stellt auch für Unternehmen eine Unterstützung dar. Durch gezielte Fragen können Berater gemeinsam mit den Kunden den digitalen Status quo eines Unternehmens ermitteln und die digitalen Handlungsfelder und Investitions­bedarfe erarbeiten. Der Index ermöglicht es, erste Grundlagen für die digitalen Entwicklungs­möglichkeiten der Mittelständler zu erfassen. Er unterstützt die Sparkassen dabei, als Finanzierungspartner Nummer eins digitale Projekte zu verwirklichen. Zudem erwerben die Institute das notwendige Know-how, um den Digitalisierungsgrad eines Kunden künftig bei der Einschätzung seiner Bonität zu berücksichtigen.

Gemeinwohlorientiertes Engagement der westfälisch-lippischen Sparkassen und ihres Verbandes nach Verwendungszweck

„Gute Geschäfts­ergebnisse in einem schwierigen Zinsumfeld!“

 

Münster, im Juni 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Geschäftsjahr 2017 hat vor allem wegen der anhaltenden Niedrigst- und Negativzinspolitik, wegen unverändert zunehmender regulatorischer Anforderungen und des voranschreitenden digitalen Wandels besondere Herausforderungen für die Finanzwirtschaft gebracht. Wie Sie diesem Geschäftsbericht entnehmen können, haben die westfälisch-lippischen Sparkassen diese Herausforderungen sehr gut bewältigt – besser, als manch ein Beobachter ihnen zugetraut hatte. Die genauen Geschäftszahlen haben wir Ihnen hier aufgeschlüsselt.

Mit Blick auf die Geschäftsergebnisse 2017 sind uns an dieser Stelle vorab drei Aspekte wichtig:

Stärke.
Die westfälisch-lippischen Sparkassen sind wirtschaftlich stark und erreichen in einem schwierigen Zinsumfeld gute Geschäftsergebnisse. Sowohl bei Einlagen als auch bei Krediten sind die Geschäftsvolumina gestiegen. Im Unternehmenskreditgeschäft und in der Geldvermögensbildung konnten sogar neue Rekordergebnisse erzielt werden.

Effizienz.
Die Institute haben ihre Rentabilität im Griff: Sach- und Personalaufwand sind gesunken. Das Provisionsergebnis hat die geldpolitisch bedingten Einbußen im Zinsüberschuss fast vollständig kompensiert. Das ist eine sehr gute unternehmerische Leistung der Vorstände und der Beschäftigten.

Innovationskraft.
Bei Innovationen und digitalen Angeboten hat sich das Tempo spürbar beschleunigt. Mit Kwitt beispielsweise haben die Sparkassen in kürzester Zeit einen modernen P2P-Dienst aus der Taufe gehoben, der inzwischen Marktführer ist und gezielt weiter ausgebaut wird.

In diesem Jahr bieten die Sparkassen in Westfalen-Lippe ihren Kunden eine ganze Serie neuer Services an, die ihnen das Leben erleichtern. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die digitalen Angebote.

Das Thema Digitalisierung begegnet uns in diesem Geschäftsbericht in den verschiedensten Ausprägungen. Sei es mit Blick auf die Forderung einer regulatorischen Datenfabrik zur Automatisierung des Meldewesens, die Bedeutung der Digitalen Agenda des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes für die Geschäftsstrategie der westfälisch-lippischen Sparkassen, im Interview mit Wilfried Groos, dem neuen Landesobmann der Sparkassenvorstände in Westfalen-Lippe, oder die Einführung von OSPlus_neo, bei der sich die Digitalisierung von Services und Prozessen sowie die persönliche Kundenberatung miteinander verbinden.

Ganz herzlich laden wir Sie ein: Machen Sie sich ein Bild vom Wirken der Sparkassen und ihrer Träger und wie sie der Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL) unterstützt.

 

Der Vorstand des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe

Prof. Dr. Liane Buchholz
Präsidentin
Jürgen Wannhoff
Vizepräsident