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SVWL
Standpunkt
Jürgen Wannhoff
Digitaler werden, Sparkasse bleiben von Jürgen Wannhoff

Die Kombination aus Minuszinsen, steigenden regulatorischen Anforderungen und Digitalisierung wirkt doppelt negativ: Die Kosten steigen. Gleichzeitig schrumpfen die Erträge aufgrund des rückläufigen Zins­überschusses und des steigenden Wett­bewerbs. Die Sparkassen in Westfalen-Lippe setzen dieser Entwicklung zweierlei entgegen: Wachstum und Effizienz. Mit diesen Zielen fest im Blick ist es ihnen gelungen, auch im Jahr 2018 das Dasein für ihre Kunden aktiv und mutig zu gestalten. „Digitaler werden, Sparkasse bleiben“, lautete daher das Leit­motiv.

„Digitaler geworden“ sind die westfälisch-lippischen Sparkassen, indem sie kräftig in digitale Produkte und Services investiert haben. Dazu zählten der Ausbau des medialen Vertriebs ebenso wie die bessere Nutzung der digitalen Kommuni­kation, digitale Payment-Angebote, aber auch die digitale Befähigung der eigenen Mit­arbeiter. Gleich­zeitig sind sie „Sparkasse geblieben“, indem sie auch 2018 ihre Kunden und die Sparkassen­idee mit ihrer großen persönlichen Nähe in den Mittel­punkt ihres Handelns gestellt haben.

Mit 21 Mio. Onlinekonten sind die deutschen Sparkassen die Digital­bank Nr. 1 und absoluter Markt­führer im digitalen Bank­geschäft. Geschäfts­politisch bedeutet das für die Sparkassen-Finanz­gruppe, dass sie mit 50 Millionen Kunden und einer Reich­weite in drei Viertel der deutschen Haus­halte die einzige finanz­wirtschaftliche Gruppe in Deutschland ist, die über das Potenzial verfügt, eine eigene Community im Internet zu bilden.

Digitale Finanzplattform mit Girokonto im Mittelpunkt

Bislang besteht die digitale Welt der Kunden aus der Sparkassen-App – die mit 27 Mio. Downloads und sieben Millionen aktiven Nutzern die erfolg­reichste Finanz-App hier­zulande ist – und der Internet-Filiale. In dieser lassen sich Konto­stände nach­schauen, Über­weisungen tätigen, Dauer­aufträge ändern und Sparkassen-Produkte wie Privat­kredite, Wert­papiere oder einfache Versicherungen erwerben.

Um ihre Kunden in der digitalen Welt auch künftig zu begeistern, brauchen Sparkassen aber mehr! Einen digitalen Anlaufpunkt, der weit über die bisherige Internet-Filiale hinausgeht.

Auszug aus der Jahres-Pressekonferenz vom 12. Februar 2019

Die Sparkassen haben es sich deshalb zum Ziel gesetzt, das Girokonto zu einer individualisierbaren Finanzplattform auszubauen, über die unsere Kunden digital alle finanziellen Angelegenheiten erledigen können.

Seit Sommer 2018 ist es möglich, Fremd­konten in der Internet-Filiale abzubilden. Diese sogenannte Multi­bank­fähigkeit war ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zum Aufbau einer umfassenden Finanz­plattform. Bis zum Jahr 2020 gilt es nun, möglichst viele Wirtschafts­vorgänge aus dem Kunden­alltag – wie beispielsweise Abo-Verwaltungen von Streaming-Diensten und Zeitungen oder die Abgabe der jährlichen Steuer­erklärung – in die Finanz­plattform zu integrieren. Später könnten weitere Mehrwerte hinzu­kommen: Angebote für Reisen, Medien, Gesundheit …

Auszug aus der Jahres-Pressekonferenz vom 12. Februar 2019
Erfolgreiche digitale Produkteinführungen im Zahlungsverkehr

Im Jahr 2018 hat es unter anderem zwei erfolgreiche Produkt­einführungen im Zahlungs­verkehr gegeben: Seit August 2018 können unsere Kunden mit ihrem Android-Smartphone in den Geschäften bezahlen – und dieses Angebot wird angenommen. Die erforderliche App wurde bereits 372.000 Mal herunter­geladen. Seit dem Markt­start haben die Kunden bundes­weit mehr als eine Million Bezahl­vorgänge mit einem Gegenwert von über 21 Mio. € ausgelöst.

Seit dem 10. Juli 2018 bieten die Sparkassen ihren Kunden die Echtzeitüberweisung an. Innerhalb von zehn Sekunden lässt sich Geld auf das Konto des Zahlungs­empfängers übertragen. Dieser Service ist ein wichtiger Bestand­teil eines hochmodernen und effizienten Zahlungs­verkehrs. Die Einführung der Echtzeit­überweisung war sehr erfolgreich: In den ersten sechs Monaten bis zum 31. Dezember 2018 haben Sparkassen­kunden bundesweit bereits über 6,2 Mio. Echtzeit­überweisungen in Auftrag gegeben und über 5,6 Mio. Trans­aktionen empfangen.

„Das Schicksal der Sparkassen hängt vor allem davon ab, auch im digitalen Zeitalter das gut weiterzumachen, was sie am besten können: persönliche Nähe, persönliche Beratung, Menschen zum Anfassen.“
Rede von Jürgen Wannhoff auf dem Sparkassen-Forum Verwaltungsräte-Kongress am 19. September 2018 in Dortmund
Sparkasse bleiben

Doch Digitalisierung ist nicht alles. In einer digitalen und globalisierten Welt sehnen sich die Menschen nach Regionalität und Heimat. Es gibt ein Bedürfnis nach menschlicher Nähe und dem persönlichen „guten Rat“. Aus Umfragen ist bekannt, dass die Mehrheit der Kunden – 60 Prozent – sich eine Sparkasse wünscht, die digital und persönlich für sie da ist.

Die Kunden wollen beides – persönlich und digital – Sparkassen können beides. Nach meiner Überzeugung sogar besser als jeder Wettbewerber: Seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgen die Sparkassen in Westfalen-Lippe eine so genannte Multikanal­strategie. Bei dieser hat der Kunde die Wahl, über welche Kanäle er mit seiner Sparkasse in Kontakt kommen und deren Leistungen in Anspruch nehmen möchte. Entweder persönlich, telefonisch und per Brief oder über die Internet-Filiale mit ihren Angeboten zum Online­banking und die Apps.

Weil Sparkassenkunden keine reine Online­bank wollen, bauen die westfälisch-lippischen Sparkassen systematisch ihre persönliche Beratung aus. In den Beratungs­centern steht die hoch­qualifizierte Beratung beispielsweise zu Themen der Vermögens­anlage, der Alters­vorsorge und der Immobilien­finanzierung im Vorder­grund. Rund 30.000 Beratungen haben die Sparkassen in Westfalen-Lippe jeden Tag im Jahr 2018 durch­geführt.

Um das Privat- und Firmen­kunden­geschäft als Wachstums- und Ergebnis­motor in einer digitalen Welt zu positionieren, stehen den Sparkassen mit den Projekten „Vertriebs­strategie der Zukunft – Firmenkunden (VdZ FK)“ und „Vertriebs­strategie der Zukunft – Privatkunden (VdZ PK)“ praxisnahe Empfehlungen zu Strukturen und Kapazitäten im Vertrieb zur Verfügung. Im Jahr 2018 wurde ergänzend zu VdZ PK und VdZ FK eine „Betriebs­strategie der Zukunft“ entwickelt, um die Wirtschaftlich­keit der Sparkassen dauerhaft zu gewährleisten.

Auszug aus der Jahres-Pressekonferenz vom 12. Februar 2019
Dienstleistungen des SVWL zur Digitalisierung

Projekt Multikanalstrategie. Multikanal bedeutet, Vertrieb und Beratung nach den jeweiligen und sich ändernden Kunden­wünschen gleichberechtigt über alle Kanäle abzubilden. Das Projekt „Fort­schreibung der SVWL-Multikanal­strategie unter Berücksichtigung der Digitalisierung“ stellt den Sparkassen in Westfalen-Lippe einen Instrumenten­baukasten zur Verfügung. Mit diesem können sie ihre Position in der Umsetzung der bestehenden Lösungen im Multikanal­vertrieb bestimmen und einen für sich passenden Handlungs­fahrplan im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ erstellen.

Digitalisierungsindex. Mit dem Digitalisierungsindex NRW, den die Bielefelder Fach­hochschule des Mittel­stands entwickelt und mit dem SVWL ausgebaut hat, können die Firmen­kunden­berater der westfälisch-lippischen Sparkassen als Impuls­geber tätig werden. Denn mit diesem speziellen Werkzeug lässt sich der Digitalisierungs­stand eines Unternehmens bewerten. Darauf aufbauend kann der Berater dem Unternehmen anschließend Handlungs­optionen aufzeigen.