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SVWL
Geschäftsentwicklung 2018

Sparkassen in Westfalen‑Lippe auf Wachstumskurs

Die Sparkassen in Westfalen‑Lippe sind im Jahr 2018 weiter gewachsen. Die zusammengefasste Bilanzsumme der 60 Institute stieg um 2,6 % auf 134,6 Mrd. €. Ihre Kunden vertrauten ihnen Einlagen in Höhe von 99,0 Mrd. € an. Das entsprach einer Zunahme von 2,9 %. Der Kreditbestand stieg um 2,7 % auf 93,6 Mrd. €. Mit Kreditzusagen von insgesamt 16,9 Mrd. € stärkten die Sparkassen in Westfalen‑Lippe den Wirtschaftskreislauf. Das waren 0,4 % mehr als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis vor Bewertung belief sich auf 1,21 Mrd. € bzw. 0,92 % der durchschnittlichen Bilanzsumme und lag damit um 63 Mio. € unter dem Vorjahreswert.

Tiefe Verwurzelung im Firmenkundengeschäft

Unternehmenskredite weiter auf Rekordniveau

Der Firmen­kunden­kredit­bestand nahm um 4,6 % auf 47,7 Mrd. € zu. Diese Ent­wicklung zeigt, dass die Spar­kassen ihren Auftrag sehr ernst nehmen, dem Mittel­stand zu Wachs­tum zu verhelfen und damit die regio­nale Wirt­schaft zu stärken.

Die gute Ent­wicklung bei den Firmen­krediten spiegelte sich auch in den Darlehens­zusagen wider: Die westfälisch‑lippischen Spar­kassen sagten dem Mittel­stand in der Region 9,6 Mrd. € an gewerb­lichen Neu­krediten zu. Das waren 4,0 % mehr als im Vorjahr und 4,9 % mehr als im Durch­schnitt der drei Vorjahre, der bei 9,2 Mrd. € lag.

Die hohe Kredit­nachfrage war auf die starke Aus­lastung der Produktions­kapazitäten im Zuge des lang anhaltenden Konjunktur­aufschwungs zurückzuführen.

Fast zwei Drittel der gut 300.000 Unter­nehmen in Westfalen‑Lippe haben eine Geschäfts­beziehung zur Spar­kasse. Für jedes zweite Unter­nehmen ist die Spar­kasse die Haupt­bank­verbindung. Damit sind die Insti­tute Partner Nr. 1 für den Mittel­stand.

Investitionen aus eigenen Mitteln

Die Einlagen der Firmenkunden fielen um 0,7 % auf 16,7 Mrd. €. Ausschlaggebend dafür war eine hohe Investitions­tätigkeit der Unternehmen aus eigenen Mitteln.


Geschäftsentwicklung mit Privatkunden

Investitionen in die eigenen vier Wände weiter gefragt

Der Privat­kreditbestand stieg um 1,3 % auf 40,8 Mrd. €. Mit 6,6 Mrd. € übertrafen die Darlehens­zusagen das Volumen des Vorjahres um 2,6 %. Der überwiegende Teil wurde für Wohnungsbauzwecke zugesagt: Mit 5,3 Mrd. € wurde das Volumen des Vorjahres um 4,0 % übertroffen. Positive Impulse kamen von der guten Einkommens- und Beschäftigungs­lage der Privat­haushalte, den niedrigen Hypotheken­zinsen und dem Mangel an attraktiven Anlage­alternativen.

Der hohen Nachfrage nach günstigem Baugrund und Immobilien stand jedoch nur ein begrenztes Angebot gegenüber. Die von den Sparkassen vermittelte Bauspar­summe summierte sich auf 2,4 Mrd. €, das waren 8,7 % mehr als im Vorjahr. Dies lag an der Erwartung der Kunden auf ein mittel­fristig wieder steigendes Zinsniveau. Denn mit dem Abschluss eines Bauspar­vertrages sichern Kunden sich die aktuell sehr niedrigen Darlehens­zinsen.

1,7 Mrd. € der privaten Darlehens­zusagen entfielen auf Konsum­zwecke (inkl. SKP – Sparkassen Kredit-Partner). Das waren 2,5 % mehr als im Vorjahr.

Starkes Wachstum der Einlagen

Der Einlagenbestand der Privat­haushalte stieg um 3,9 % auf 77,1 Mrd. €. Positive Impulse kamen von höheren verfügbaren Einkommen und einer Spar­quote von 10,1 % (Vorjahr: 9,9 %).

Wegen der Zins­situation bevorzugten die Anleger täglich fällige Gelder. Der Bestand der Sichteinlagen kletterte um 9,3 % bzw. 3,7 Mrd. € auf 42,8 Mrd. €. Spareinlagen, Termingelder und Sparkassen­briefe büßten dagegen gemäß den Präferenzen der Anleger ein: Spareinlagen gingen um 1,0 % auf 32,3 Mrd. € zurück.

Sparkassenbriefe nahmen um 24,6 % auf 1,2 Mrd. € und Termingelder um 8,3 % auf 0,8 Mrd. € ab.

Schätzen Sie:
Wie hat sich die Geldvermögensbildung von Privatkunden in den vergangenen Jahren entwickelt?
Rekord bei Geldvermögensbildung

Die Geldvermögensbildung – also das, was Privatkunden neu auf Spar­konten sowie in Wert­papieren, Bauspar­verträgen und Lebens­versicherungen angelegt haben – stieg auf 4,5 Mrd. €. Im Vorjahr lag sie bei 3,8 Mrd. €. Damit haben die Kunden der Sparkassen in Westfalen‑Lippe in einer noch nie dagewesenen Größen­ordnung zusätzliches Vermögen gebildet. Dieses Allzeithoch werten die Sparkassen als großen Vertrauens­beweis ihrer Kunden.

Der größte Teil entfiel auf das Wachs­tum der Einlagen. In Summe verzeich­neten die Spar­kassen in Westfalen‑Lippe einen gesamten Zu­wachs der Einlagen von 2,9 Mrd. € (Vorjahr: 2,4 Mrd. €).

Die durch die Niedrigzinsphase beflügelte Suche der Anleger nach Rendite wirkte sich positiv auf den Wertpapier­nettoabsatz aus, also die Differenz zwischen Käufen und Verkäufen der Kunden. Der Nettoabsatz entspricht der Ersparnis im Wertpapier­bereich. Diese summierte sich auf 1,2 Mrd. € und fiel damit um 37 % höher aus (Vorjahr: 891 Mio. €).

Zwei Drittel bzw. 817 Mio. € des Wertpapier­nettoabsatzes entfielen auf Investment­fonds. Anleger schätzten an diesem Instrument, dass es eine stärkere Risiko­diversifizierung ermöglicht als die direkte Wertpapier­haltung. Der Aktienanteil an der Wertpapierersparnis betrug knapp 20 % bzw. 229 Mio. € (Vorjahr: -52 Mio. €), was auf eine gestiegene Risikoneigung der Privatanleger schließen ließ. Der Ersparnisanteil in fest­verzinsliche Papiere war mit weniger als 15 % bzw. 173 Mio. € vergleichsweise gering. Dämpfend wirkten die niedrigen, teils negativen Renditen von Anleihen.

Bausparverträge trugen 208 Mio. € (Vorjahr: 187 Mio. €) und Lebensversicherungen 147 Mio. € (Vorjahr: 278 Mio. €) zur Geldvermögensbildung bei.

Verbundgeschäft wächst

Die Ent­wicklung beim Absatz von LBS-Bauspar­verträgen war 2018 erst­mals seit Jahren wieder positiv. Die von den westfälisch‑lippischen Spar­kassen vermittelte Bauspar­summe betrug 2,415 Mrd. €, das waren 8,7% mehr als im Vorjahr. Die Vertrags­summe im Leasing‑Geschäft lag mit 614 Mio. € um 15,4 % über dem Vorjahres­wert. Die bewertete Beitrags­summe im Lebensversicherungs­geschäft war mit 793 Mio. € gegenüber dem Vorjahr stabil.

Zinsüberschuss weiter rückläufig – Provisionen steigen stark

Der Zins­überschuss ging infolge des niedrigen Zins­niveaus und der weiterhin sehr flachen Zins­struktur­kurve um 3,9 % auf 2,4 Mrd. € zurück. Der Provisions­überschuss, also die im Kunden­geschäft verdienten Provisionen und Gebühren, stieg dagegen um starke 3,6 % auf 881 Mio. €. Positiv wirkten sich höhere Erträge aus dem Vermittlungs­geschäft in den Bereichen Immobilien, Bausparen und Kredit­vermittlung (SKP) aus.


Jahresergebnis

Betriebsergebnis über Bundesdurchschnitt

Das Betriebs­ergebnis vor Bewer­tung belief sich auf 1,21 Mrd. € bzw. 0,92 % der durchschnitt­lichen Bilanz­summe und lag damit um 4,9 % oder 63 Mio. € unter dem Vorjahres­wert. Zum Vergleich: Alle übrigen Verbände kamen im Schnitt nur auf rund 0,82 % der DBS.

Schätzen Sie:
Wie hat sich der Provisionsüberschuss in den vergangenen Jahren entwickelt?
Zins­überschuss weiter rückläufig

Der Zins­überschuss ging infolge des niedrigen Zins­niveaus und der weiterhin sehr flachen Zins­struktur­kurve um 3,9 % auf 2,4 Mrd. € zurück. Der Provisions­überschuss, also die im Kunden­geschäft verdienten Provisionen und Gebühren, stieg um 3,6 % auf 881 Mio. €. Positiv wirkten sich höhere Erträge aus der geänderten Preis­gestaltung im Giro- und Karten­bereich sowie aus dem Vermittlungs­geschäft in den Bereichen Immobilien, Bausparen und Kredit­vermittlung (SKP) aus.

Erfolgreiches Kostenmanagement

Der Verwaltungs­aufwand sank gegen­über dem Vorjahr um 3,8 Mio. € bzw. 0,2 % auf 2,1 Mrd. €. Dabei ging der Sach­aufwand um 4,4 Mio. € bzw. 0,6 % auf 713 Mio. € zurück, der Personal­aufwand blieb dagegen stabil. Dies ist ein starkes Ergebnis des konsequenten Kosten­managements der westfälisch‑lippischen Spar­kassen.

Der Personal­aufwand lag mit 1,4 Mrd. € auf dem Niveau des Jahres 2017. Daran lässt sich ablesen, dass die Tariflohn­steigerungen im öffentlichen Dienst von 3,19 % seit März 2018 durch einen sozial­verträglichen, moderaten Abbau von frei­werdenden Arbeits­plätzen kompensiert werden konnten. Diese Ent­wicklung ist das Ergebnis der zunehmenden Effizienz­gewinne durch die Digitali­sierung und Automati­sierung der Geschäfts­prozesse.

Positive Effekte auf die Personal­kostenstruktur hatte darüber hinaus das Angebot der Arbeit­geber an die Beschäftigten, Gehalts­bestandteile gegen Frei­zeit einzutauschen.

Ausbildungsquote weiter auf hohem Niveau

Die Ausbildungs­quote der westfälisch‑lippischen Spar­kassen behielt mit 6,0 % ihr hohes Niveau bei (Vorjahr: 6,5 %). Insgesamt beschäftigten die Spar­kassen in Westfalen‑Lippe 23.859 Menschen, 887 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Auszu­bildenden sank von 1.615 auf 1.440.

Risikovorsorge auf niedrigem Niveau

Wegen der Turbu­lenzen an den internationalen Kapital­märkten nahmen die Institute beim Bewertungs­ergebnis im Wertpapier­geschäft Abschrei­bungen im Volumen von 179 Mio. € vor (Vorjahr: 21 Mio. €).

Im Kredit­geschäft waren trotz des deutlich gestiegenen Kredit­volumens nur geringfügige Zuf­ührungen zur Risiko­vorsorge notwendig: Die Sparkassen bildeten zusammen 10 Mio. € Risiko­vorsorge. Dieser sehr moderate Wert liegt deutlich unter dem Durch­schnitt der vergangenen zehn Jahre, der 97 Mio. € betrug. Diese nur im geringen Maß erforder­lichen Zuführungen erklärten sich mit der guten Einkommens- und Beschäftigungs­situation der Privat­haushalte sowie der soliden Ertrags- und Liquiditäts­lage der Unternehmen.

Gute CIR im Bundesvergleich

Die Cost-Income-Ratio (CIR) lag bei 63,4 % nach 62,3 % im Vorjahr. Um einen Euro Ertrag zu erzielen, wendeten die westfälisch‑lippischen Spar­kassen also 63,4 Cent auf. Im Bundes­schnitt wendeten die Spar­kassen 65,5 Cent auf.

Schätzen Sie:
Wie viele gewinn­abhängige Steuern zahlten die Spar­kassen in Westfalen‑Lippe in den vergangenen Jahren?
Auskömmliches Jahresergebnis

Die Spar­kassen in Westfalen‑Lippe zahlten gewinn­abhängige Steuern in Höhe von 340 Mio. € nach 362 Mio. € im Vor­jahr. Nach Bewertungs­ergebnis und Steuern verblieb ein aus­kömmliches Jahres­ergebnis von 175 Mio. €. 2017 lag es bei 192 Mio. €.

Gemeinnütziges Engagement belegt regionale Verwurzelung

Die Sparkassen in Westfalen‑Lippe haben insgesamt 140,5 Mio. € gespendet, gestiftet oder an kommunale Träger ausgeschüttet (Vorjahr: 153 Mio. €). Dieser Wert belegt ihre tiefe regionale Ver­wurzelung.

(gemäß Betriebsvergleich)