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Digitalisierungs­index

S-Digitalisierungs­index deckt digitale Lücken beim Mittelstand auf
Digitalisierungs­index

S-Digitalisierungs­index deckt digitale Lücken beim Mittelstand auf

Neue Produkte schneller herstellen, Kunden­wünsche besser berück­sichtigen, neue Geschäfts­felder und Services anbieten – die Chancen, die die Ära der Digitalisierung bzw. der digitalen Trans­formation vor allem mittel­ständischen Unternehmen bietet, sind groß. Das Bundes­ministerium für Wirtschaft geht in seinem im März 2019 aufgelegten Bericht „Mittelstand Digital“ noch weiter: „Vor allem für kleinere Unternehmen bietet das Internet ganz neue Möglichkeiten der Teilhabe an Wertschöpfungs­ketten und verändert die Beziehungen zu Beschäftigten, Kunden und Lieferanten grund­legend.“ Das ist die Chancen­seite. Risiken ergeben sich jedoch dann, wenn diese Chancen verpasst werden.

„Es sind gerade kleine und mittlere Unternehmen, die Gefahr laufen, dass sie sich selbst von der digitalen Welt abhängen“, erklärt Andreas Löbbe, Leiter der Stabsstelle Kommunikation beim Sparkassen­verband Westfalen-Lippe (SVWL). Das sei eine der Schluss­folgerungen aus den Ergebnissen des Sparkassen-Digitalisierungs­indexes NRW. Ihn hat der Verband im Jahr 2018 in Kooperation mit der Fach­hochschule des Mittelstands (FHM) aus Bielefeld aufgelegt. Die Untersuchung zeigte: „Große Mittelständler ab 250 Beschäftigten liegen in allen digitalen Handlungs­feldern spürbar vorn“, so Andreas Löbbe. Er fügt an: „Kunden verzeihen kein digitales Zögern.“

„Kunden verzeihen kein digitales Zögern.“
Andreas Löbbe, Leiter der Stabsstelle Kommunikation beim SVWL
Gesamtindex NRW
Indexmittelwerte nach Digitalisierungsmerkmalen und -bereichen
Digitalisierungsmerkmal nach -bereich Index Mittelwert
IT-Infrastruktur 6,02
IT-Ausstattung 4,69
Datenverarbeitung und -nutzung 5,82
IT-Sicherheit 7,56
Wertschöpfung 2,97
Einkauf und interne Logistik 3,88
Leistungserstellung 2,70
Marketing & Vertrieb 4,25
Produkte und Leistungen 2,60
Industrie 4.0-Technologien 1,42
Management, HR und Innovation 3,31
Strategie 3,94
Personelle Zuordnung und Verantwortung 4,40
Digitale Zusammenarbeit 2,40
Qualifizierung 2,48
Gesamtergebnis 4,10

Über alle befragten mittel­ständischen Unternehmen und untersuchten Branchen (Industrie, industrienahe Dienst­leistungen und Handwerk) liegt der Gesamt-Indexwert bei 4,1 von 10,0 möglichen Punkten. Ein eher unter­durchschnittliches Ergebnis. Beim Blick auf die Betriebs­größen zeigen sich jedoch Band­breiten: Die größeren Unternehmen kamen insgesamt immerhin auf einen Wert von 5,3 Punkten. Kleine (3,8) und mittlere Mittelständler (4,4) lagen deutlich dahinter.

Die FHM hatte den Digitalisierungs­index NRW bereits im Jahr 2017 initiiert und gemeinsam mit dem Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie vorgestellt. Der SVWL ermöglichte 2018 eine Neu­auflage. Der Vergleich der beiden Jahre fällt indes ernüchternd aus: Eine merkliche Verbesserung des Index­wertes ist nicht festzustellen.

„Umso mehr werden sich die Sparkassen in Westfalen-Lippe dafür einsetzen, den Unternehmen bei der Finanzierung digitaler Projekte zur Seite zu stehen“, so Prof. Dr. Liane Buchholz, Präsidentin des SVWL. Der Verband habe – ebenfalls in Zusammen­arbeit mit der FHM – entsprechende Tools für die Berater in den Instituten aufgelegt. Die Datenbasis dafür bilde der Sparkassen-Digitalisierungs­index. Er offenbare nüchtern, wo die einzelnen Branchen ihre offenen Digitalisierungs-Flanken hätten.

Gesamtindex nach Betriebsgröße

Diese Lücken sind vielfältig und betreffen unter anderem die Leistungs­erstellung, die Anwendung von Industrie-4.0-Techologien, die digitale Zusammenarbeit, aber besonders auch die Qualifizierung von Mitarbeitern. Prof. Buchholz dazu: „Das Signal ist deutlich: Unternehmen in NRW sollten besonders darauf achten, ihre Beschäftigten in die digitale Arbeitswelt mitzunehmen und sie zu befähigen, diese Welt weiterzuentwickeln.“

Der SVWL wird den Sparkassen-Digitalisierungs­index NRW ab dem Jahr 2020 in regelmäßigen Abständen neu auflegen. Dabei wird es auch um eine Erweiterung der Forschungs­felder gehen.

Gründe gegen die Digitalisierung

Den Digitalisierungsindex NRW sowie das Management Summary finden Sie hier: svwl.eu/de/mediathek/digitalisierungsindex